unikales MorphemGeruch

Bedeutung:

wie etwas riecht, Ausdünstung, Duft

 

Im Geschäft strömte ihnen ein süßlicher Geruch entgegen.

 

 

Herkunft:

Das mittelhochdeutsche Nomen ruch hatte die Bedeutung von Dampf, Rauch, Geruch. Gleichbedeutend wurde mittelhochdeutsch geruch verwendet. Das Nomen Geruch hat sich bis heute erhalten. Demgegenüber, ist das Nomen Ruch heute nicht mehr gebräuchlich.

 

Ruch und Geruch gehören zur Wortgruppe riechen. Der Geruch ist das, was wir riechen können.

 

 

 

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Entstehung:

mhd. geruch, zu mhd. ruch = Duft,

 

abgeleitet von riechen, ahd. ruohhan, mhd. riechen

Ableitungen:

Plural: die Gerüche

Wortbildungen:
(Beispiele)

Adjektive: geruchlos, geruchsfrei, geruchsempfindlich, geruchsneutral, geruchtilgend

 

Nomen: Geruchsfilter, Geruchsnerv, Geruchsorgan, Geruchssinn, Geruchsstoff, Geruchsvermögen

 

Essensgeruch, Fischgeruch, Körpergeruch, Mundgeruch, Schimmelgeruch, Zigarettengeruch

 

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Das Morphem ruch kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und in Wortbildungen nur mit der Vorsilbe ge- vor. Das ursprüngliche Nomen Ruch ist weitgehend ausgestorben.

unikales Morphem

Ich ordne das Morphem ruch daher als unikales Morphem ein.

 

Das Nomen Gerücht und die Ableitungen anrüchig und berüchtigt gehören zum Grundwort rufen. Die Adjektive ruchlos und verrucht gehören zum Grundwort geruhen.