Nameverballhornen

Bedeutung:

ein Schriftstück, ein Wort entstellen

 

Etwas so „verbessern“, dass es anschließend schlechter (fehlerhafter) ist als vorher, etwas „verschlimmbessern“.

 

Die Schüler haben die Namen der Lehrer ganz schön verballhornt. So wurde aus Herrn Edel ein Herr Ekel.

 

 

 

Herkunft:

Das Verb ist von dem Lübecker Buchdrucker Johann Balhorn abgeleitet.

 

Seine Druckerei bekam Mitte des 16. Jahrhunderts den Auftrag, das Lübische Rechtsbuch zu drucken.

 

Bei der Übertragung der alten niederdeutschen Ausgabe des Rechtsbuchs ins Hochdeutsche wurden einige Wörter und Sätze verfälscht und der ursprüngliche Sinn zum Teil ins Gegenteil verkehrt.

 

Wenn jemand absichtlich oder unabsichtlich einzelne Wörter oder Sätze so verändert, dass der Sinn entstellt wird oder ganz neue Wörter entstehen, spricht man von einer Verballhornung.

 

 

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Entstehung:

1586 Druck des Lübischen Rechtsbuchs durch den Drucker Johann Balhorn

 

Bereits im 17. Jahrhundert gab es die Redewendung „verbessert durch Balhorn“.

 

In der Literatursprache ist der Begriff verballhornen seit Mitte des 18. Jahrhunderts belegt.

 

Vermutlich wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die Schreibung mit Doppelkonsonant l an den allgemeinen Schriftsprachgebrauch angepasst (Herders Conversations-Lexikon 1854).

Ableitungen:

Verballhornung, ballhornisieren

 

 

Das Verb verballhornen ist auf den Namen des Lübecker Buchdruckers Johann Balhorn zurückzuführen.
Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.

Name