unikales MorphemZwickmühle

Bedeutung:

1. Besondere Stellung der Steine im Mühlespiel.

 

2. Eine Situation, die ausweglos erscheint.

 

Du hast mich mit deiner Aussage in eine Zwickmühle gebracht. Da weiß ich keinen Ausweg mehr.

 

 

Herkunft:

Der erste Teil des Wortes ist von der Zahl zwei abgeleitet.

 

Die Zwickmühle ist demnach eine „Zweimühle“. Beim Mühlespiel ist dies eine Situation, in der mit einem Zug entweder die eine oder die andere Mühle (also zwei verschiedene Mühlen) geschlossen werden kann.

 

Im übertragenen Sinn ist eine Zwickmühle eine Situation mit zwei Möglichkeiten, zwischen denen man sich nicht gut entscheiden kann.

 

 

Intressantes:

Zwei Beispiele für eine Zwickmühle im Mühlespiel findest du auf der Internetseite von Wikipedia.

 

 

zwei, zwi(e)

Weitere Hinweise und Wörterlisten, die auf die altdeutschen Schreibungen zurückgeführt werden können findest du auf der Wörterseite zum Stichwort zwei.

 

 

Line-350

 

 

Entstehung:

Für die Zahl zwei gab es im Alt- und Mittelhochdeutschen noch unterschiedliche Formen, je nachdem, mit welchem Geschlecht die Zahl genutzt wurde:

 

maskulin = zwō (ahd.), zwēne (mhd.); feminin = zwā (ahd.), zwō, zwuo (mhd.); neutrum = zwei (ahd., mhd.)

 

Diese Unterscheidung in drei Geschlechter hat sich bis ins 18. Jahrhundert gehalten. Danach setzte sich allgemein die Form des Neutrums (zwei) durch.

 

Neben diesen drei Formen wurde in Wortzusammensetzungen bereits im 8. Jh. zwi- verwendet. Dies hat sich in einigen Wörtern bis heute gehalten.

 

Beispiele hierzu findest du auf der Wörterseite zum Stichwort zwei.

Fickmühle

Im Mühlespiel nannte man eine Mühle, die auf und zu gezogen werden konnte, eine Fickmühle (mhd. ficken, nl. figgelen = hin und her bewegen)

 

Im 15. Jh. erfuhr das Wort ficken einen Bedeutungswandel (miteinander schlafen) und galt seitdem als grob, derb und anstößig.

 

In dieser Zeit entstand in Analogie zur Fickmühle das Wort Zwickmühle.

Wortbildungen:

keine

 

 

Einerseits: Die Zurückführung des ersten Wortteils auf  „ficken“  (hin und her bewegen) ist naheliegend.  Bei dem  Wechsel von „Fickmühle“ zu „Zwickmühle“ entsteht ein „Kunstwort“. Demzufolge wäre das Morphem zwick in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

 

Andererseits: Der Wechsel von „fick“ zu „zwick“ ist nicht zufällig (es wäre auch „klick“ oder „trick“ denkbar). „Zwick“ im Sinne von „zwei“ macht beim Mühlespiel durchaus Sinn. Der Zusammenhang von „Zwickmühle“ im Sinne von „Zweimühle“ führt allerdings nicht direkt zum Morphem zwick (zwicken),

 

Auch beim Verb zwicken (ahd. zweckōn, mhd. zwicken = kneifen, pflücken, rupfen) kann kann ein Zusammenhang mit ahd. zwi (= zwei im Sinne von mit zwei Fingern etwas fassen) vermutet werden. Etymologisch muss jedoch eher dem Nomen Zweck (mhd. zwec, zwic = Nagel, Stift) zugeordnet werden.

 

Aus diesen verschiedenen Ableitungen habe ich mich entschlossen, das Morphem zwick in der Wortbildung Zwickmühle der Gruppe der unikaleen Morpheme zuzuordnen, da es in dieser Bedeutung weder isoliert noch in anderen Ableitungen vorkommt.

unikales Morphem